Sieg für Andi Katz und Kerstin Esterlechner

Obwohl der RupertusThermen-Lauf auch in diesem Jahr coronabedingt wieder kleiner ausfallen musste, lieferten sich die rund 250 Athleten und Athletinnen packende Duelle. Auf der 13 Kilometer langen Strecke holten sich Weltcuplangläufer Andreas Katz und Kerstin Esterlechner den Sieg. Über die 6,7 Kilometer-Distanz flog der Österreicher Johannes Nussbaumer als Erster ins Ziel. Die schnellste Dame war mit Nadine Herrmann ebenfalls eine Kader-Langläuferin.

Für Profisportler Andreas Katz (SV Baiersbronn) war es bereits der zweite Sieg beim RupertertusThermen-Lauf. Im vergangenen Jahr lieferte er auf der langen Distanz ebenfalls die Bestzeit. Heuer benötigte er für die 13 Kilometer-Strecke, die zwei Mal auf einer Schleife zwischen Staufenbrücke und Nonner Steg verlief, 42:23 Minuten. Leichter Nieselregen und eher kühle Augusttemperaturen haben dem 33-jährigen Wintersportler erwartungsgemäß nichts ausgemacht. Vom Start weg ist er das Rennen schnell angegangen und hat versucht raschl in seinen Pulsbereich zu kommen. „Vielleicht war ich am Anfang sogar einen Tick zu schnell, deswegen habe ich mich hinten raus ganz schön quälen müssen.“ Derzeit steht Andi Katz noch voll im Sommertraining, dazu gehören Laufen, Skirollern und Krafttraining. Von einem Radunfall Anfang des Jahres hat er sich wieder vollkommen erholt.

Sein Fazit zum diesjährigen RupertusThermen-Lauf: „Es war wieder ein tolles Erlebnis und hat Riesenspaß gemacht. Das ist eine superorganisierte Veranstaltung, ich glaub ich war nicht das letzte Mal hier“. Nur knapp hinter Andreas Katz kam nach 43:02 Minuten der erst 19-jährige Felix Gramelsberger vom SC Ainring ins Ziel. Seine Lieblingsdistanzen sind normalerweise die 5 und die 10 Kilometer. Im Winter holt er sich seine Form nicht beim Langlaufen, sondern beim Skibergsteigen. Den dritten Platz bei den Herren sicherte sich Michael Sassnink in 44:45 Minuten.

In der Damenwertung stand mit Kerstin Esterlechner (PTSV Rosenheim) ebenfalls ein bekanntes RupertusThermen-Lauf Gesicht ganz oben auf dem Treppchen. In der ersten Runde lief sie noch bedacht, in der zweiten Runde forcierte sie das Tempo und kam nach 52:51 Minuten ins Ziel. „Es war heute optimal zum Laufen. Es ist zwar eine bergige, anspruchsvolle Strecke, aber so schön, dass endlich mal wieder ein Live-Event stattfindet.“ Carmen Keppler (SV Oberkollbach) die sich im vergangenen Jahr noch den Sieg auf der langen Distanz holte, musste sich nach 54:30 Minuten mit Platz zwei zufriedengeben. Rang drei ging an Hannah Sassnink (LC Aichach) in 56:14 Minuten.

 

Über die kürzere 6,7 Kilometer-Strecke dominierte bei den Damen in einer Zeit von 26:44 Minuten mit Nadine Herrmann (Bockauer Skiverein) ebenfalls eine Langläuferin. Die 25-Jährige ist die jüngere Schwester von Biathletin und Olympiamedaillen-Gewinnerin Denise Herrmann. Sie hat sich relativ kurzfristig für den Start entschieden und war mit ihrer Leistung sehr zufrieden. „Es macht Spaß mal mit anderen Sportlern einen Bewerb zu laufen, der nicht unter dem üblichen Leistungsdruck steht. Die Strecke fand ich sehr gut, auch wenn ich es noch bergiger gewohnt bin.“ Den Langlaufweltcup hat Nadine Herrmann heuer wieder fest im Auge und hofft dort erneut auf einen Einsatz. Als nächstes stehen aber erstmal Leistungstests in der Skihalle in Oberhof an. „Insofern hat der RupertusThermen-Lauf perfekt reingepasst.“ 

Auf Platz zwei schaffte es über die kurze Distanz Johanna Nitzinger vom SC Ainring in 27 Minuten, Rang drei holte sich Andrea Knabe in 28:15 Minuten.

Bei den Herren war der österreichische Sportstudent und Trailrunner Johannes Nussbaumer (Salomon Running Team) nicht zu schlagen. Er benötigte nur 21:48 Minuten und hat sich sein Rennen gut eingeteilt. „Ich bin‘s eher defensiv angegangen und habe mich dann immer mehr steigern können. Die Steigung auf der Strecke ist mir sehr entgegengekommen, das habe ich viel trainiert, das war genau meins.“ Nussbaumer verwies den zweimaligen RupertusThermen-Halbmarathonsieger Florian Holzinger (TUS Feuchtwangen) mit 23:03 Minuten auf Platz zwei, und Thomas Einsiedler (SC Traunstein) mit 23:08 auf den dritten Platz.

 

Neben vielen Freizeitsportlern aus allen Altersklassen waren auch etliche Nordic Walker*innen beim RupertusThermen-Lauf wieder am Start - ihnen war sogar die letzte von vier Startgruppen vorbehalten - darunter die Lauf10-Gruppe des TSV Bad Reichenhall unter Übungsleiterin Renate Bosch. Außerdem nutzten circa 40 Athleten*innen die Möglichkeit, die beiden Streckendistanzen virtuell abzulaufen. 

Wenn der 15. RupertusThermen-Lauf coronabedingt mit rund 250 Teilnehmern*innen wieder sehr viel kleiner ausfiel als die Jahre zuvor, in denen sich weit über 800 Sporler*innen auf die Strecken begeben haben, war die Stimmung trotzdem bestens. Ihr konnten nicht mal die wiederholten Regenschauer etwas anhaben. Auch die Organisatoren vom TSV Bad Reichenhall ziehen eine positive Bilanz. „Unsere Sponsoren sind fast alle von Anfang an treu dabei, ohne sie wäre so eine Sportveranstaltung nicht möglich. Große Unterstützung kam heuer auch vom Reichenhall Tourismus und dem Stadtmarketing. Und mein Dank gebührt neben dem Roten Kreuz, das jedes Jahr für Sicherheit sorg vor allem den vielen ehrenamtlichen Helfer aus allen Abteilungen unseres Vereins“, so Vorstand Sepp Dennerl.